Hörtraining / Hörtherapie (AIT)

Hörtraining / Hörtherapie (AIT)

Das Auditory Integration Training (AIT), entwickelt von Dr. Guy Berard, ist ein international anerkanntes Hörtraining zur Förderung der auditiven Aufmerksamkeit, das erfolgreich bei Kindern mit Autismus und Lernstörungen eingesetzt wird.

Das Verhalten eines Menschen wird maßgeblich durch sein Hörvermögen beeinflusst. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung äußerer Geräusche und den individuellen Reaktionen darauf. Die Qualität der auditiven Informationsverarbeitung ist daher häufig entscheidend bei speziellen Verhaltens-, psychischen und Lernproblemen.

Vor Beginn der Therapie findet eine umfassende Zustandserfassung statt, die speziell auf die Probleme und das Alter des Kindes abgestimmte Tests umfasst. Zudem ist ein höchstens 10 Tage alter HNO-Befund erforderlich, da entzündete oder kranke Ohren nicht trainiert werden dürfen.

Basierend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung wird für jedes Kind eine individuelle, speziell gefilterte therapeutische Musik zusammengestellt. Eine spezielle Software randomisiert dabei hohe und tiefe Töne, wodurch die Hörnervenbahnen gezielt stimuliert werden.

Anschließend absolvieren die Kinder ein 10-tägiges Hörtraining, bei dem sie die individuell zusammengestellte Musik über Kopfhörer hören. Das Training besteht täglich aus zwei halbstündigen Einheiten, zwischen denen mindestens drei Stunden liegen müssen. Die Therapie erfolgt im eigenen Zuhause des Kindes, wobei ich das notwendige Gerät für die Dauer der Therapie bereitstelle. Ein regelmäßiger Austausch mit den Eltern findet statt.

Da das Training auch das vestibuläre System beeinflusst, sollten während der 10 Trainingstage andere bewegungstherapeutische Maßnahmen pausiert werden. Falls erforderlich, kann das Training alle 3–4 Monate wiederholt werden.

Das Training wird besonders empfohlen bei:

  • Legasthenie (Dyslexie)
  • Dysgraphie
  • Dyskalkulie
  • Hyperaktivität (ADHS)
  • Autismus
  • Störungen der Sprachwahrnehmung und des Sprachverständnisses
  • Verzögerte Sprachentwicklung
  • Verzögerte motorische Entwicklung
  • Gleichgewichtsstörungen

Die Wirkung der Therapie hält längerfristig an: Neben unmittelbaren Verbesserungen sind weitere positive Veränderungen innerhalb von vier Monaten nach der Therapie zu erwarten. Bei Bedarf kann die Therapie jährlich wiederholt werden; oft reicht jedoch ein einzelner Therapiezyklus aus.

Nach der Therapie beobachtete Veränderungen:

  • Verbesserte Konzentrationsfähigkeit
  • Bessere auditive Wahrnehmung
  • Gesteigertes Interesse an Kommunikation
  • Verminderte Geräuschempfindlichkeit
  • Verbesserte Lese- und Schreibfähigkeit
  • Verbesserte soziale Fähigkeiten
  • Reduzierte Echolalie
  • Verminderte Wutausbrüche, Rituale und Unruhe
  • Normalisierung des Muskeltonus
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